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Luftaufnahme eines Einfamilienhauses, dessen Satteldach voll mit Solarmodulen belegt ist, dahinter eine Hügellandschaft

Blog · · 4 Min Lesezeit

Photovoltaik- oder Gebäudeversicherung: was gilt wann?

Die Wohngebäudeversicherung deckt PV-Anlagen nur teilweise. Wo ihre Lücken liegen und wann eine eigene Photovoltaikversicherung nötig wird.

VCU24 Redaktion

Fachredaktion Photovoltaikversicherung

Die kurze Antwort: Die Wohngebäudeversicherung deckt deine Photovoltaikanlage nur gegen die klassischen Gebäudegefahren ab — Feuer, Sturm, Hagel, Leitungswasser — und das auch nur, wenn die Anlage ausdrücklich in den Vertrag aufgenommen wurde. Vier Risiken, die typisch für eine PV-Anlage sind, bleiben dort außen vor: Ertragsausfall, Überspannungsschäden, Diebstahl und Vandalismus.

Genau diese Lücken schließt die Photovoltaikversicherung, und sie tut es für überschaubares Geld: Für eine Anlage auf dem Einfamilienhaus beginnen die Tarife bei rund 59 Euro im Jahr. Beide Verträge schließen sich nicht aus — sie ergänzen sich, und beide sollten von der Anlage wissen.

Was deckt die Wohngebäudeversicherung ab?

Die klassische Wohngebäudeversicherung ist darauf ausgelegt, das Wohngebäude gegen Schäden abzusichern, die durch gängige Gefahren entstehen. Zu den typischen Schadensfällen gehören:

  • Feuer
  • Sturm und Hagel
  • Leitungswasserschäden
  • Blitzschlag, aber unter Ausschluss von Überspannungsschäden

Diese Versicherung schützt in der Regel alle fest mit dem Gebäude verbundenen Teile – dazu gehört in der Regel auch eine Photovoltaikanlage, wenn sie im Versicherungsvertrag ausdrücklich mit aufgenommen wird. Dies hängt damit zusammen, dass mit Installation der Photovoltaikanlage der Wert des Objektes steigt und somit auch die mögliche Entschädigungsleistung. Allerdings deckt die Gebäudeversicherung nur einen Teil der möglichen Risiken ab, die speziell bei einer PV-Anlage auftreten können.

Die Lücken in der Wohngebäudeversicherung

Eine Photovoltaikanlage bringt spezifische Risiken mit sich, die von einer klassischen Wohngebäudeversicherung nicht oder nur unzureichend abgedeckt werden. Hier möchten wir einige Beispiele für Risiken, die häufig nicht im Rahmen einer Gebäudeversicherung abgesichert sind:

Ertragsausfall: Wenn deine Anlage aufgrund eines Schadens ausfällt und keinen Strom mehr produziert, entsteht dir ein finanzieller Verlust. Die Wohngebäudeversicherung übernimmt die Kosten der entgangene Einnahmen nicht.

Überspannungsschäden: Wenn die empfindliche Technik der Photovoltaikanlage durch eine Überspannung zerstört wird, hast du bei einer normalen Wohngebäudeversicherung in der Regel kein Versicherungsschutz. Gerade bei teuren Wechselrichtern oder Stromspeichern kann der Schaden relativ hoch sein.

Diebstahl: Module, Wechselrichter, Wallboxen oder sogar Kabel können von Dieben gestohlen werden. In Wohngebäudeversicherungen ist der Diebstahl von Anlagenteilen in der Regel nicht versichert.

Vandalismus: Auch Schäden durch mutwillige Zerstörung werden oft nicht von der klassischen Wohngebäudeversicherung getragen.

Was deckt die Photovoltaikversicherung ab?

Eine spezielle Photovoltaikversicherung ist auf die Anforderungen von Photovoltaikanlagen zugeschnitten und schließt die genannten Lücken. Hier ein Überblick über die wichtigsten Deckungsbausteine:

Allgefahrendeckung: Die Photovoltaikversicherung deckt in der Regel nahezu alle Schäden ab, die plötzlich und unerwartet auftreten, egal ob durch Naturereignisse oder technische Defekte. Lediglich der Verschleiß oder die eigene mutwillige Beschädigung bleibt unversichert.

Ertragsausfallversicherung: Wenn deine Anlage durch einen versicherten Schaden keinen Strom mehr produziert, erstattet die Versicherung den Verlust — nicht nach tatsächlichem Wetter, sondern mit einem festen Tagessatz. Bei den Tarifen im Vergleich sind das 2,00 Euro je kWp und Tag, bei einer 10-kWp-Anlage also 20 Euro pro Stillstandstag. Die Dauer reicht je nach Tarif über 6 Monate, 12 Monate oder 360 Tage. Achte auf die Karenzzeit: Sie liegt zwischen 0 und 2 Tagen, für die es noch kein Geld gibt.

Schutz vor technischen Defekten: Photovoltaikanlagen bestehen aus komplexer Technik, die anfällig für Ausfälle sein kann. Eine spezielle Photovoltaikversicherung bietet Schutz bei Defekten und Ausfällen, die durch das Versagen der Technik verursacht werden.

Diebstahl und Vandalismus: In einer Photovoltaikversicherung sind auch Schäden durch Diebstahl oder mutwillige Zerstörung abgedeckt.

Erweiterte Naturgefahren: Neben den klassischen Gefahren wie Sturm und Hagel decken viele Photovoltaikversicherungen auch sogenannte erweiterte Naturgefahren wie Überschwemmungen, Erdrutsch oder Lawinen ab.

Warum du beide Versicherungen haben solltest!

Eine Photovoltaikanlage ist eine erhebliche Investition, die sich durch Einspeisevergütungen oder Eigenverbrauch amortisiert werden soll. Während die Wohngebäudeversicherung dein Haus und möglicherweise auch die Photovoltaikanlage gegen grundsätzliche Gefahren wie Feuer oder Sturm schützt, reicht das oft nicht aus, um alle potenziellen Risiken abzudecken, die speziell bei Photovoltaikanlagen auftreten.

Die Photovoltaikversicherung ergänzt die Gebäudeversicherung und bietet zusätzlichen Schutz. Zudem sichert sie die Rentabilität deiner Anlage, indem sie dich vor finanziellen Einbußen durch Ertragsausfälle schützt.

Mit der richtigen Versicherung schützt du deine Investition und kannst sicher sein, dass deine Photovoltaikanlage langfristig profitabel bleibt – auch wenn das Unvorhersehbare eintritt.

So findest du heraus, was dein Gebäudevertrag schon abdeckt

Nimm deine Wohngebäudepolice zur Hand und suche nach der Photovoltaikanlage. Ist sie dort nicht genannt, ist sie im Zweifel auch nicht mitversichert — selbst gegen Feuer. Melde sie deinem Gebäudeversicherer nach, das kostet meist wenig und verhindert Streit im Schadenfall.

Steht sie im Vertrag, prüfe drei Punkte: Gilt die Deckung für den Neuwert oder nur den Zeitwert? Sind Überspannungsschäden ausdrücklich eingeschlossen oder ausgeschlossen? Und gibt es eine Entschädigungsgrenze, die unter dem Neuwert deiner Anlage liegt?

Was dort fehlt, holst du über die Photovoltaikversicherung nach. Der Vergleich zeigt dir in drei Minuten, welche Tarife die Bausteine mitbringen, die dein Gebäudevertrag nicht hat.

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